Rating-Agenturen geben regelmäßig eine Fondsbewertung heraus. Dabei werden Anlagefonds einer Benotung unterzogen, mit der die Qualität der Anlage charakterisiert werden soll. Die Kriterien dafür sind nicht immer klar.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat es an den Tag gebracht: Die Rating-Agenturen, die eigentlich genau wissen sollten, was im Wirtschaftsleben vor sich geht, haben Banken und Fonds noch hoch eingestuft, als dort schon längst die Warnsignale zu vernehmen waren. Das System der Fondsbewertung kommt aus dem Englischen (Fundrating). Ihm liegt die Idee zugrunde, Anlagen in Form von Benotungen zu klassifizieren und somit dem Anleger eine Entscheidungshilfe zu geben.
Dabei fragt man sich, mit welchen Instrumenten und welcher Qualifikation die Rating-Agenturen ihre Beurteilungen aufstellen. Wer kann beurteilen, mit welcher Dynamik und welcher Stabilität sich ein Unternehmen in einer bestimmten Region entwickelt. Können Rating-Agenturen etwa politische Entwicklungen in ihr Bewertungssystem einbeziehen? Doch die Banken bedienen sich sehr gerne der positiven Fondsbewertung durch eine Rating-Agentur, um Fonds an den Anleger zu bringen. So gibt es Vermögensbildungs-Fonds, die von ihrem Namen her versprechen, für den Anleger eine aktive Vermögensbildung zu betreiben, im Kleingedruckten finden sich dann aber Hinweise auf Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können.
Da je nach Thema des Fonds dort Aktien oder Wertpapiere aus anderen Teilen der Welt zusammengefasst sind, hat der Bankkunde überhaupt keine Möglichkeit, die Qualität und Solidität des angepriesenen Fonds zu bewerten. Er muss sich auf die Bank verlassen, die den Fonds anbietet. Diese bezieht sich auf die Bewertung durch eine Rating-Agentur. Geht dann etwas schief, will es keiner gewesen sein.
Selbstverständlich kann eine Fondsbewertung durch eine Rating-Agentur nützliche Hinweise liefern. Doch der Anleger sollte sich immer bewußt sein, ob er ein Risiko eingehen möchte, und wenn ja, in welchem Umfang. So sind Rentenfonds allemal sicherer als Aktienfonds. Aktienfonds, die aus deutschen und europäischen Wertpapieren gebildet werden, sind dem Anleger vertrauter, weil er die Unternehmen kennt - anders als bei asiatischen Aktienfonds. Oberste Regel sollte sein: Was man nicht versteht oder was einem zu riskant erscheint, unterschreibt man nicht.